Ein Loch

Gestern abend bin ich tief in den Schmerz gerutscht. Ich konnte mich da auch nicht mehr halten, es tat einfach alles weh. Habe dann auch „unvernünftig“ agiert und mich abgelenkt und versucht den Schmerz wegzudrücken, aber flüchten geht halt nicht.

Bin in der Nacht aufgewacht mit Leidensdruck und habe dann Übungen gemacht, mich gesammelt und begonnen, mich dem Schmerz zu stellen. Ich bin um den Block gegangen, bin in die Angst reingegangen, habe sie gespürt („Wovor habe ich wirklich Angst?“), durch meinen Körper strömen lassen und durch die Füße abfließen lassen. Ich habe aktiv losgelassen. Da hat gut getan, danach war das Weiterschlafen angenehmer.

Kleine Dinge sind jetzt gut. Zwar wirken sie zuerst wie Tropfen auf einen heißen Stein, aber jetzt, wo ich durch den heftigsten Schmerz durch bin, spüre ich, wie gut sie tun: Rolf hat mir gestern neue rote Lichtfolie gegeben, mit der ich die in die Jahre gekommene, verblichene Folie auf meinen „Atmosphären“-Leuchten in der Wohnung ersetzen kann. Das tut mir jetzt wirklich gut. Wie ein Pflaster auf einer frischen Wunde. 🙂

 
Unten rechts geht es weiter (s. Link). – Dieser Text ist Teil des Zyklus „Raum für Schmerz“ im November 2020. Hier der Beginn des Zyklus.