Was ist das Ich?

Das Ich (oder Ego) ist eines der Teile, die den nicht-physischen Anteil des Menschen ausmachen. Die anderen Teile sind Bewusstsein, Geist, Psyche und Seele. Das Ich existiert zu großen Teilen nur in Partnerschaft mit dem Körper, während Seele den Teil bezeichnet, der auch nach dem Ablegen des Körpers nicht vergeht.

Das Ich beinhaltet die Fähigkeiten und Grenzen des Menschen, die Persönlichkeit, die sich im Laufe der Jahre aufgebaut und entwickelt hat. Das Ich ist weder gut noch schlecht, aber wertvoll in dem Sinne, dass es von der Seele liebevoll und ausdauernd für die aktuelle Inkarnation geschaffen wurde. So gesehen macht es Sinn, dem eigenen Ich mit freundlichem Interesse zu begegnen und sich immer wieder einmal zu fragen, was ist das Ich eigentlich und was bin ich?

Ich und Identifizierung

Das Ich ist der Teil, mit dem du dich als Du identifizierst, die Person, der Teil, der denkt und handelt, fühlt und Entscheidungen trifft. Jedes Ich ist von allen anderen Ichs verschieden. Dies ist eine entscheidende Dimensionen von Menschsein und für die Seele eine der interessantesten Seiten der Inkarnations­erfahrung.

Der Mensch ist auf der Erde, um sein Ich zu erfahren, seine Möglichkeiten und Grenzen, allein und im Kontakt mit anderen Ichs, anderen Menschen. Zu seinem Ich zu stehen so, wie es ist, macht Angst und muss gelernt werden.

Das Grundprinzip des Ichs ist Freiheit. Das Ich hat die Freiheit, die Welt so zu sehen, wie es sie sich wünscht. Das Ich hat sogar die Freiheit, entscheiden zu können, den von der Seele gestifteten Sinn im Leben nicht sehen zu wollen, jedoch ohne dass dieser schwindet. (Das Erleben von Zeiten der Sinnlosigkeit ist durchaus eine sinnvolle Lernerfahrung für Seele, doch ebenso gehören Erfahrungen der Eingebundenheit und Sinnhaftigkeit zu wichtigen Lern­erfahrungen.)

Ich und Seele

Konflikte zwischen Seele und Ich tragen dazu bei, die Unterschiede zwischen beiden zu sehen und auch die Grenzen des Ichs zu erkennen. Das Ich trifft Entscheidungen parallel zur Entscheidungstreffung der Seele. Ergänzen sich die Entscheidungen von Seele und Ich, geht es dem Menschen „gut“; widersprechen sie sich, hat er eine „harte Zeit“.

Dem eigenen Ich mit seinem Bewusstsein begegnen zu können, einen Schritt neben sich zu machen und sich als Mensch zu begreifen, ist eine weitere wesentliche Erfahrung von Menschseins und unterscheidet den Mensch von Tieren. Tiere haben ein Selbst (Seele), aber kein Ich, aber das führt nun etwas zu weit vom Thema ab.

Texte zum Thema Ich

Weitere Informationen zum Ich findest du unter folgenden Links:

Quellen

Dieser Text entstand mit Unterstützung des Buches: Hasselmann, Varda and Frank Schmolke: Weisheit der Seele. München, 1995. Seiten 411-412.